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Entweder sie schmeißen Bomben oder kommen mit Bagger

Wo Bomben geworfen werden, bleibt kein Stein auf dem anderen. Tiefe Krater entstehen und ganze Landstriche werden dem Erdboden gleich gemacht. Die Bagger dagegen sind eher ein Symbol des Wiederaufbaus und für den Neubeginn. Auch sie verursachen große Erdbewegungen, allerdings mit dem Ziel, Wohnraum und Straßen zu schaffen. In Kriegs- und Nachkriegsgebieten wird das Normale oft ins Gegenteil verkehrt und aus Bagger werden Bomben, denn die schweren Räumgeräte werden auch eingesetzt, um Häuser und Lebensraum zu zerstören. Auf der linken Bildseite können wir die Baggerschaufeln erkennen und uns vorstellen, wie sie ihre Arbeit verrichten. Im Hintergrund sehen wir eine riesige Befestigungsanlage mit Wachtürmen und patrolierenden Soldaten. Man könnte denken, diese Festung ist aus dem Mittelalter übrig geblieben, aber die Szene ereignet sich im Jahr 2004 in Palästina, und die aus Betonplatten errichtete Anlage ist die so genannte Sperrmauer, die Israel errichtet hat. Wie in allen besetzten Gebieten gilt auch hier in Palästina das Recht des Stärkeren und es kommt zu Landnahme und Enteignungen der Bewohner. Die Häuser, die einst der Errichtung des Sperrzauns im Wege standen, wurden von Baggern abgerissen und die über 200 Jahre alten Olivenbäume, die schon ganze Generationen ernährt haben, sind umgewalzt worden. Der Bauer im Vordergrund lehnt sich an den Stumpf eines ausgerissenen Olivenbaums. Er ist erschüttert und selbst am Boden zerstört, denn er weiß nicht mehr, wie er seine Familie ernähren soll.