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Wir üben nur, wir töten doch nicht

Wir üben nur, wir töten doch nicht. Ein Satz, den Soldaten benutzen könnten, um Zivilisten und auch sich selbst den Unterschied zwischen Kampftraining und Kriegshandlung zu erklären. Sie meinen, das ist doch gar nicht so schlimm, wenn sie auf Pappfiguren schießen. Als außen stehender Beobachter kann man jedoch nicht zwischen Übung, Spiel und Ernst unterscheiden. Es sei denn, es wird einem gesagt. Bewegungsabläufe und Aggressionen sind identisch. Vielleicht fehlt der Verwesungsgeruch und die Schreie der Verwundeten. Aber auch solche Kulissen werden simuliert. Auch schreiende Frauen und weinende Kinder. Wir dürfen nicht vergessen, das ganze Treiben dient der Abhärtung und Abstumpfung, so dass der Soldat am Ende selbst nicht mehr zwischen Übung und Ernstfall unterscheiden muß und kann. Die Frage ist doch, wann beginnt der Krieg - wenn das erste Blut fließt und zerfetzte Körper herumliegen. Oder ist er schon da, wenn die Tötungsabsicht im Kopf eingepflanzt ist und die Handlungen der Menschen steuert. Im Bildvordergrund erkennen wir zwei US-Soldaten, die auf Feindbilder schießen. Die Figuren sind durch ihre traditionelle Kleidung als Muslime auszumachen. Nach der Übung wurden die zwei Soldaten in den Irak abkommandiert.