... und nächstes Jahr schauen wir uns Basra an
Dieser Spruch hört sich nach einer Urlaubsplanung an und um das Thema Tourismus geht es auch in diesem Bild. Die Sehnsucht nach fernen Ländern, anders aussehenden Menschen, fremden Kulturen, Sonne und das Bedürfnis, sich wohl zu fühlen. Neugier und Erlebnishunger treiben dabei manch seltsame Blüten hervor. Denn nicht nur Touristen haben Bedürfnisse, sondern auch die Menschen der Reiseländer haben ihre Wünsche, die sie hoffen, mit dem Geld der Durchreisenden erfüllen zu können. Deshalb versuchen sie alles mögliche an den Mann zu bringen und zu Geld zu machen. Manchmal kommt es einem jedoch so vor, als ob Geschichte verhökert wird und zu einem profanem Konsumartikel mutiert. Die Jagd nach dem besonderen Urlaubserlebnis macht vor nichts halt und so fährt der Bus in der oberen linken Bildseite die Touristen in Kambodscha zu den Killing Fields. Rund um das Massengrab ist schon viel Betrieb. Die Sonnenschirme sind aufgespannt und die erste Busladung Touristen hat es sich in den aufgestellten Liegestühlen bereits gemütlich gemacht. Sie haben sich am Ort eine Portion Pommes Frites gekauft und genießen gerade ihren Logenblick auf das Massengrab in der linken Bildseite. Die Skelette sind säuberlich freigelegt und in einigen Schädeln sieht man die Einschusslöcher der Kugeln. Der Fremdenführer erzählt seinen Kunden, dass damals in der Pol Pot Ära 4 Millionen Kambodschaner ermordet worden sind. Auch die Angehörigen seiner Familie liegen hier und in anderen Gräbern, die auf den nächsten Etappen der Tagestour besucht werden. Einige Touristen finden den Ausflug so interessant, dass sie beschließen, im nächsten Jahr nach Basra im Irak zu fliegen - da gab es auch einen großen Krieg mit vielen 100.000 Toten.
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