Ohne Wäsche kein sauberes Leben
Wer will schon ungewaschen, verschwitzt oder verdreckt durchs Leben gehen. Niemand - daher gilt dieser Satz für fas alle Länder und Kulturen. Sich zu waschen, ein Bad zu nehmen oder unter die Dusche zu stellen ist aber nicht nur ein persönliches Bedürfnis, sondern auch ein kultureller Anspruch. Viele Kulturen haben vor religiösen Handlungen Reinigungsrituale gesetzt, mit denen Geist und Gedanken gesäubert werden sollen. Das Waschen beginnt schon direkt nach der Geburt, wenn wir vom Blut unserer Mutter gesäubert werden und endet auch nicht mit dem Tod. Die Verstorbenen werden von ihren Angehörigen vor der Beisetzung gewaschen und geölt oder gesalbt. Sie sollen sauber von dannen gehen. Das Bild zeigt uns aber keine sauberen frisch gewaschenen Körper, sondern Knochen und Schädel. Flinke Hände mit Gummihandschuhen sortieren die Knochen und waschen den Dreck in einer Schüssel mit Wasser ab. Die Begebenheit spielt sich in Bosnien ab. Da wurde nach Krieg und Vertreibung ein Massengrab mit vielen Skeletten gefunden. Diese werden von Helfern gereinigt, sortiert, um dann einzeln beigesetzt zu werden. Auch die im Grab gefundenen Schuhe werden geputzt und dem entsprechenden Knochenhaufen beigelegt. So wie die Soldaten einst sauber mit geputzten Schuhen in einen dreckigen Krieg gezogen sind, so sollen sie auch sauber ins Grab gelegt werden. Die Arbeit muß gemacht werden, denn das Gesetz der Sauberkeit wirkt über den Tod hinaus fort. Ohne sauberen Tod gibt es auch kein sauberes Leben für die , deren Herz noch schlägt.
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