Die Armen und nochmals Amen
Der Glaube ist das einzige, das die Menschen in diesem afrikanischen Land besitzen und die Kirche ist immer an ihrer Seite und sagt zu allem "so sei es". Einen Sarg zur Bestattung ihrer Toten können sie sich nicht leisten, denn sie brauchen jeden Cent zum Überleben. So schieben sie ihre Leichen auf Schubkarren an den Rand des Dorfes, um sie in einem Massengrab beizusetzen. Außerdem gab es so viele Tote, dass gar keine Zeit wäre, tausende Särge zu zimmern. Die im Bild dargestellte Szene hätte sich so beim Völkermord in Ruanda abspielen können. Hutu Milizen hatten hunderttausende von Tutsis mit Macheten abgeschlachtet. Obwohl beide Bevölkerungsgruppen Christen sind, verhielt sich die katholische Kirche aus Machtinteresse nicht neutral, sondern hielt eher den regierenden Hutus bei. Tausende von Tutsis flüchteten sich in die Kirchen und Klöster, von denen sie Schutz erwarteten. Doch ihr Glaube wurde zur Falle, denn die Hutu Milizen hatten nun leichtes Spiel, hunderte Menschen auf einmal umzubringen. Es gab auch Nonnen und Priester, die die Tore ihrer Kirchen für die Mörderbanden geöffnet haben. Ein belgisches Gericht hat Jahre später zwei katholische Nonnen der Beihilfe zum Völkermord schuldig gesprochen.
this page in English